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Mit Vertrauen zur erfolgreichen Ausbildung

Ulrich Puntigam | 30.04.2018

Einem aktuellen Regierungsbericht zufolge bricht jeder vierte Lehrling seine Ausbildung ab – so viele wie seit den 90er Jahren nicht mehr. Die Gründe sind vielfältig: Konflikte mit Vorgesetzten, fehlende Motivation, aber auch unattraktive Ausbildungsstätten. In Zeiten des Fachkräftemangels müssen sich Betriebe aktiver um ihre Auszubildenden bemühen. Das persönliche Verhältnis bildet dabei eine Schlüsselrolle.

Seit April 2018 liegt der aktuelle Berufsbildungsbericht der Bundesregierung vor. Die Ergebnisse sind, laut Tagespresse, alarmierend: Seit Beginn der Neunziger Jahre war die Abbruchquote bei Auszubildenden nicht mehr so hoch wie heute. In einzelnen Branchen klettert die Quote bis über 50%. In dem Regierungsbericht werden verschiedene Gründe für diese Entwicklung genannt. An oberster Stelle stehen Konflikte mit Vorgesetzten, falsche Berufsvorstellungen, widrige Arbeitsbedingungen oder mangelnde Ausbildungsqualität.

Ein klassischer Konflikt: Redet man mit Ausbildern, monieren sie die mangelnde Motivation und Leistungsbereitschaft sowie falsche Vorstellungen über den gewählten Beruf. Redet man mit Lehrlingen, nennen diese häufig Probleme im Betrieb oder mit der Person des Ausbilders.

Mehrere Studien weisen unmissverständlich darauf hin, dass es besonders auf das persönliche Verhältnis zwischen Ausbilder und Auszubildenden ankommt, damit die von Arbeitgeberseite gewünschte Arbeitsbereitschaft überhaupt erst eintreten kann. Der Vorwurf, dass Lehrlinge faul wären, überzeugt ebenso wenig, als das Ausbilder ihre Azubis nur „zum Kaffee holen” schicken. Doch hinter solchen Klischees verbergen sich natürlich echte Konflikte, die sich nur auflösen lassen durch ein zeitgemäßes Verständnis der Thematik.

 

Was Auszubildende ausmacht

rsz adult blond blur 789703Ob „Mädchen für alles” oder „Handlager” – Unterforderung ist mit das Schlimmste, was man seinen Lehrlingen antun kann. Quelle: unsplash.com

Es gibt durchaus viele junge Menschen, die ihre Ausbildung hochmotiviert angehen, schließlich spielt die Perspektive auf einen soliden Beruf eine große Rolle in der Lebensplanung. Im schlimmsten Fall treffen leistungsbereite Jugendliche auf Betriebe, in denen die Jahre der Lehre nach alter Tradition als „Spießrutenlauf” gesehen werden, frei nach dem Motto: „Da muss man halt jetzt mal durch” oder “da muss man den Mund halten”. Das trifft a) kaum die Erwartungshaltung junger Menschen und fand b) noch keine Generation wirklich reizvoll, auch wenn es früher eben „anders” zuging.

 

Bloß keine Unterforderung – was Ausbilder beachten sollten

Man muss nachvollziehen, dass auch junge Menschen ihre Zeit als Budget begreifen. Motiviert bleibt, wer sinnstiftenden und attraktiven Aufgaben nachgehen darf, was keineswegs heißt, dass eine Ausbildung eine Art Schongang darstellt. Im Gegenteil: Unterforderung ist mit das Schlimmste, was man seinen Lehrlingen antun kann. Sobald Auszubildende den Eindruck bekommen, ihre Rolle reduziere sich auf die eines „Handlangers”, werden sie entmutigt und verlieren früher oder später das Interesse an ihrem Beruf.

Der Mensch als soziales Wesen sollte immer im Vordergrund stehen: Eine Ausbildung wird dann gut funktionieren, wenn das Verhältnis zwischen Ausbilder und Auszubildenden von Wertschätzung und Respekt geprägt ist. Das kann man lernen.

 

Ausbildungsteams formen um Konfliktsituationen vorzubeugen

In unseren diesbezüglichen Trainings und Kick-Off Veranstaltungen sensibilisieren wir junge Arbeitskräfte dafür, an ihren persönlichen und sozialen Kompetenzen zu arbeiten. Ausbilder hingegen eruieren mit unseren Trainern, worauf es bei der Ausbildung ankommt und wo das Ausbildungspersonal Prioritäten setzen muss, damit Konfliktsituationen – mit dem richtigen pädagogischen Werkzeug – präventiv entschärft werden. Und ganz nebenbei dienen solche Trainings auch immer dazu, sich mal auf einer eher kollegialen Ebene kennenzulernen und sich privat auszutauschen.

 

 

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Fazit:

Eine mögliche Antwort auf den Berufsbildungsbericht 2018 könnte demzufolge lauten: Dem Ausbildungspersonal kommt die entscheidende Rolle zu. Je mehr Verständnis geweckt wird auf die Individualität und die Bedürfnisse des Anderen einzugehen, umso mehr Chancen entstehen für eine erfolgreiche Lehrzeit.

 

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